Migration
Als Region mit einem deutlichen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund darf das Querschnittsthema „Cultural Mainstreaming“ in der Entwicklung von Strukturen und Konzepten zur modularen Nachqualifizierung nicht fehlen. Migrantenspezifische Sichtweisen und Anforderungen sollen von vornherein in Partizipation mit Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Communities in den Aufbau des Beratungsnetzes einfließen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises Migration:
„Bei der Zusammenarbeit ist es sehr wichtig, kulturelle Hintergründe der Migrantinnen und Migranten zu kennen.“
In 2010 fand in Bielefeld die Schulung innerhalb der modularen Schulungsreihe “Interkulturelle Handlungsfähigkeit in der beruflichen Integrationsarbeit” mit Dr. Mohammad Heidari (WAIK Institut) statt. Organisiert wurde die Schulung im Rahmen des Begleitprojekts „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ von der Talentregion OWL und der MOZAIK gGmbH. Das Ziel der Schulung war es, regionale AkteurInnen der beruflichen Integrationsarbeit für die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen zu sensibilisieren.
„Die Talentregion OWL hat das Ziel, An- und Ungelernte für die Externenprüfung zu motivieren, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, so Vera Grämmel, Projektleiterin. Durch die Einbindung von Migrantenorganisationen in das Netzwerk sollen die Zukunftschancen für Migrantinnen und Migranten verbessert werden.
Allerdings müssen für die interkulturellen Kooperationen zwischen Regeleinrichtungen und Migrantenorganisationen einige Voraussetzungen erfüllt sein. An dieser Stelle setzt die Schulung “Interkulturelle Handlungsfähigkeit in der beruflichen Integrationsarbeit” an. Themenschwerpunkte waren vor allem Interkulturelle Kommunikationskompetenz, Interkulturelle Konfliktmanagementkompetenz, Intercultural Mainstreaming-Kompetenz und migrationsspezifische Sachkompetenz. Dr. Heidari machte deutlich, dass insbesondere die Beherrschung dieser Kompetenzbereiche eine konfliktfreie Zusammenarbeit zwischen Regeleinrichtungen und Migrantenorganisationen ermöglicht.
Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis wurden Konfliktsituationen dargestellt und Lösungswege strukturell erarbeitet. Hilfreich für alle TeilnehmerInnen waren insbesondere die Rollenspiele, in denen direkt Theorie und Praxis verknüpft wurden.
In einem Vortrag erklärte Dipl. Ing. Cemalettin Özer vom Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ die Relevanz und Vorteile einer Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen. „Bei der Zusammenarbeit ist es sehr wichtig, kulturelle Hintergründe der Migrantinnen und Migranten zu kennen. Erst dann ist es möglich, die eventuellen Probleme nachzuvollziehen“, so Herr Özer. Außerdem könnten VertreterInnen von Migrantenorganisationen als MultiplikatorInnen unterstützend mitwirken, und somit als Schnittstelle zwischen Behörden und MigrantInnen tätig sein. Umso wichtiger sei es, dass die sogenannten Bildungsbeauftragten aus dem Begleitprojekt in die regionalen Netzwerke integriert werden.
Kontakte:
Begleitvorhaben: “Mit MigrantInnen für MigrantInnen -
Interkulturelle Kooperation zur Verbesserung der Bildungsintegration”
Dipl.-Ing. Cemalettin Özer (Projektleiter), oezer@mozaik.de
Şenol Keser (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), keser@mozaik.de
MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle
Bildungs- und Beratungsangebote mbH
Herforderstr.46, 33602 Bielefeld
Tel.: 0521-329709-0; Fax: 0521-329709-19
Regional:
Talentregion OWL
Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
Vera Grämmel (Projektleiterin)
Anne Meuer-Willuweit (Ansprechpartnerin für Migrantinnen und Migranten)
Kleiberweg 3, 33607 Bielefeld
Tel.: 0521 – 5608 537
E-Mail: anne.meuer-willuweit@handwerk-owl.de
“Perspektive Berufsabschluss” ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das durch strukturelle Veränderungen den Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne beruflichen Abschluss dauerhaft senken will. 97 Projekte sollen dafür Netzwerke in zwei unterschiedlichen Förderschwerpunkten nachhaltig etablieren.
„Regionales Übergangsmanagement“ stimmt an 55 Standorten die verschiedenen bereits
vorhandenen Förderangebote und Unterstützungsleistungen aufeinander ab, um Jugendlichen den Anschluss von der Schule in eine Berufsausbildung zu erleichtern.
„Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ schafft durch 42 Projekte geeignete
Rahmenbedingungen, um an- und ungelernten jungen Erwachsenen mit und ohne Beschäftigung einen nachträglichen Berufsabschluss zu ermöglichen.
„Perspektive Berufsabschluss“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus
Bundesmitteln und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den Jahren 2008 bis 2013 mit insgesamt rund 67 Mio. € finanziert.



















